Filmbegriffe: Screenshots vs. Filmstills

Das Erstellen von Screenshots am Laptop ist eine beliebte Methode, um Filme zu zitieren. Die Screenshots ermöglichen den schnellen Einstieg in die Filmanalyse. Der Film bzw. das Bewegtbild wird angehalten und in Einzelframes geordnet. So besteht ein Film zumeist aus 24 Bildern pro Sekunde, was bei einer Spielzeit von etwa zwei Stunden jede Menge an Material für weitere Analysen bieten kann. Die Screenshots bzw. Standbilder können durch User direkt von Medien wie DVD, Blu-ray oder Stream extrahiert werden. Bei VHS sollten die Bänder zuvor erst digitalisiert werden, um Screenshots herzustellen (wer eine VHS am Recorder pausierte, wird sich noch an die Streifen beim Standbild erinnern können).

Filmstills sind hingegen keine vom User erstellten Bilder. Vielmehr sind es von der Filmproduktion eigens hergestellte Standfotos zur Popularitätssteigerung vor dem Kinostart eines Films. Im Sachlexikon Film heißt es dazu:

„Aufnahme, die der Standfotograf am Drehort gemacht hat. Standfotos geben eine Analogie zum Filmbild, sind ihm aber in der Komposition nicht exakt äquivalent. Die photographische Qualität ist deutlich besser als die des Standbildes, da der Photograph auf Material mit größerer Fläche (selbst ein Kleinbildfilm hat die doppelte Fläche eines 35-mm-Filmes) des Negativs und eventuell höherer Empfindlichkeit zurückgreifen kann und in den Belichtungszeiten variabel ist. Standfotos versuchen entscheidende Momente der Szene festzuhalten, und benutzen entsprechend eigene, abweichende Stilisierungen, um diesen Eindruck zu erreichen. Sie kommen in Vorberichten und der Werbung für den Film zum Einsatz und werden auch als Aushangfotos verwendet.“

(Rother, Reiner: Standfoto. In: Sachlexikon Film. Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 1997. S. 276)

Die hier angegebene Definition erweist sich zumindest aus technischer Perspektive als teilweise veraltet, da Screenshots heute in sehr hoher Auflösung extrahiert werden können. Aktuell bleibt hier jedoch die Funktion der Filmstills bzw. der Standfotos für die Werbung. So zeigen Filmstills zumeist auch Szenen, die gar nicht im Kinofilm enthalten sind. Die Filmstills haben vielmehr das Ziel, die Stimmung eines Films in nur einem Bild einzufangen. Filmstills werden zumeist neben dem Kinoplakat im Schaukasten vor dem Kinogebäude und dem Kinosaal platziert.

Screenshots und Filmstills sind also keinewegs als Synonym zu verwenden. Dahingehend sind Filmstills nur bedingt zu gebrauchen, um Filme zu zitieren. Vielmehr können Filmstills als Paratext eingeordnet werden und als dieses analysiert werden.

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